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Eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel

Seit 15 Jahren können Bedürftige im Nördlinger CaDW Kleidung und Lebensmittel günstig beziehen. Was sich die Verantwortlichen zum Jubiläum wünschen.

Vor 15 Jahren, am 29. März 2007, öffnete das CaDW zum ersten Mal seine Türen in der Nördlinger Drehergasse. Das Sozialkaufhaus mit Kleiderladen ist seitdem eine wichtige Anlaufstelle für alle Bedürftigen mit Berechtigungsschein, um Lebensmittel und Bekleidung zu kaufen.

CaDW, das ist eine Wortschöpfung aus Caritas und Diakonischem Werk, die das Kaufhaus als Träger ins Leben gerufen haben. Neben den hauptamtlichen Mitarbeitern der beiden Sozialdienste sind gut 60 Ehrenamtliche regelmäßig im Einsatz. „Ohne die würde es nicht funktionieren“, sagt der Koordinator des ökumenischen Projekts, Martin Schröppel. Viele der Helferinnen und Helfer sind seit Jahren oder gar von Anfang an mit im Boot, sammeln Lebensmittel bei Supermärkten und Bäckereien ein, sortieren gespendete Kleider und verkaufen an den Öffnungstagen dienstags und donnerstags.
Singles, Paare und Familien zählen zu den Kunden des CaDW. „Insgesamt haben wir rund 600 Berechtigungsausweise ausgestellt, nachdem die Bedürftigkeit festgestellt wurde“, erklärt Susanne Vogl von der Caritas Donau-Ries. Rund 150 Kundinnen und Kunden kommen pro Woche in den Laden. Sie sind berechtigt, dort für eine Pauschale von 3 Euro einen Korb Lebensmittel einzukaufen.
Zu den ehrenamtlichen Helferinnen der ersten Stunde gehört Gabriele Rollbühler aus Alerheim. „Dass gute Sachen weitergegeben werden und sie damit eine Wertigkeit erfahren, dieser Gedanke gefällt mir“, sagt sie. Sie sei „von der alten Schule“ und werfe ungern etwas weg, das noch zu gebrauchen ist. Alle 14 Tage verkauft sie dienstags im Kleiderladen im ersten Obergeschoss die Ware aus Kleiderspenden, berät und gibt Tipps, wenn Kunden etwas Bestimmtes suchen. „Ich habe eine große Freude daran, wenn sich andere freuen“, sagt Rollbühler über ihre Motivation.
Auch Hannelore Pommer aus Dürrenzimmern engagiert sich gerne im sozialen Bereich. „Ich halte das Thema für sehr sinnvoll. Es wird zu viel produziert und weggeworfen. Das muss nicht sein“, erklärt sie. Das CaDW mit der Tafel schafft einen Ausgleich zwischen Überfluss und Mangel. Einwandfreie Lebensmittel, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr verkauft werden, kommen im CaDW ins Regal. Die sozialen Kontakte und die Gespräche sind Hannelore Pommer wichtig: „Wir sind nahe dran an den Menschen.“ Bei vielen ihrer Kunden würde es am Monatsende mit dem Geld knapp werden, wenn sie nicht im CaDW einkaufen könnten, weiß sie aus Gesprächen.  
Auch die Fahrten zu Supermärkten, um Lebensmittel dort abzuholen, übernehmen Ehrenamtliche. Hans Fellner aus Nördlingen und Hannelore Mayer aus Herblingen sind ein eingespieltes Team. Immer am Montagnachmittag fahren sie nach Harburg und Wemding und laden in ihren Transporter ein, was im Supermarkt nicht mehr verkauft werden kann oder darf. „Man muss ein bisschen anpacken können und freundlich auftreten“, sagt Mayer, die die Idee der Tafel schon immer gut fand. Fellner, der bis zur Rente als Vertriebsleiter in einem Großhandel gearbeitet hat, ergänzt: „Ich bin ein gesprächiger Mensch und habe im Leben so viel Glück gehabt, da will ich gern etwas zurückgeben.“
Martin Schröppel ist stolz auf die CaDW-Truppe. „Ohne das große Engagement unserer Helferinnen und Helfer könnten wir zusperren“, sagt er. In der Corona-Zeit seien einige Ehrenamtliche abgesprungen, so dass man jetzt dringend neue Helferinnen und Helfer sucht. Aktuell könne das CaDW kein frisches Obst und Gemüse anbieten, weil der Arbeitsaufwand für die reduzierte Mannschaft schlicht zu groß ist. „Wenn wir noch mehr Leute hätten, könnten wir das Angebot wieder aufstocken“, sagt Schröppel. Das ist sein größter Wunsch zum Jubiläum: dass sich weitere Ehrenamtliche melden, sich einbringen und es weitergeht mit dem CaDW in der Drehergasse.
 

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